Sie haben vielleicht Leute sagen hören, dass nur Kinder egozentrischer sind als Kinder mit Geschwistern, aber ist das tatsächlich wahr? Forscher der Universität Leipzig und der Universität Münster wollten eine schlüssige Antwort finden. Ihre Erkenntnisse? Es stimmt zwar, dass ein Einzelkind mit Narzissmus korrelieren kann, aber das Forscherteam stellte fest, dass es noch andere Eigenschaften gibt, die dazu führen können, dass sich jemand einbildet.

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Die Studie "Das Ende eines Stereotyps: Nur Kinder sind nicht narzisstischer als Menschen mit Geschwistern", veröffentlicht in Sage Journals, erklärte, dass Narzissmus zunächst mit den Genen beginnt, die Menschen erben. Nach der Analyse der Forscher machen Gene 50 Prozent der Menschen aus, die dazu neigen, narzisstisch zu werden. Eltern spielen auch eine große Rolle bei den Merkmalen, die Kinder entwickeln. Die Universitätsforscher berührten die Tatsache, dass Eltern, die sehr kritisch sind oder strenge Erwartungen an ihre Kinder haben, dazu neigen, zur Entwicklung von selbst absorbierten Merkmalen beizutragen. "Die Grundannahme ist, dass Kinder das Lob und die Erwartungen ihrer Eltern verinnerlichen und narzisstische Merkmale wie das Gefühl der Großartigkeit und des Anspruchs entwickeln", heißt es in der Studie.

Die Forscher sammelten zunächst Daten über die öffentliche Meinung nur von Kindern in Form eines Online-Fragebogens, in dem die Teilnehmer abwägten, ob sie glaubten, dass Menschen ohne Geschwister egozentrischer seien als Geschwister. Die Antworten, die sie erhielten, zeigten, dass die meisten Menschen der Meinung sind, dass nur Kinder die narzisstischere Gruppe sind. Daten aus einem Panel, das ebenfalls von den Forschern durchgeführt wurde, bestätigten jedoch, dass das Stereotyp falsch war. Sie stellten fest, dass narzisstische Merkmale nicht direkt mit nur Kindern korrelierten, unabhängig von Alter, Geschlecht, sozioökonomischem Status, Wohnort in der Kindheit, Anwesenheit der Eltern oder Migrationshintergrund.

Diese Studie fand ausschließlich in Deutschland statt und befasste sich ausschließlich mit "grandiosem Narzissmus" und nicht mit anderen Formen des Narzissmus. Abgesehen davon lässt die Studie immer noch vermuten, dass Narzissmus nicht eng mit Kindern korreliert, die ohne Geschwister aufgewachsen sind. "Diese Studie legt nahe, dass der Glaube, dass nur Kinder einen höheren Anteil an grandiosem Narzissmus haben als Nicht-Nur-Kinder, weit verbreitet, aber ungenau ist", heißt es in der Studie.

  • Von Nashia Baker